Vintage Rechner

Informationen rund um meine alten Computer

Flohmarktfunde vom Sonntag

Mit einem Sinus-Rechteck-Generator konnte ich am Sonntag auf dem Flohmarkt in Kirchboitzen ja noch gerade so was anfangen. Aber ein HF-Prüfgenerator war mir bisher noch nicht untergekommen. Daher habe ich beide mal zu einem verträglichen Preis mitgenommen.

Leider hat der USB-Leser beim Verschieben gerade die SD-Karte und damit die Vorher-Bilder kaputt gemacht. Beide Teile scheinen einer Kettenraucher-Werkstatt zu entstammen. Aber ein Nachher-Bild nach abbauen aller Anbauteile und zwei Stunden Reinigung will ich natürlich nicht vorenthalten. Laut meinen Recherchen stammen beide Geräte so ~1960, sind innen noch mit Röhren bestückt und funktionieren beide einwandfrei. Habe gerade mal mein UKW-Radio mit dem Prüfgenerator gestört 😉

Der Frequenzgenerator wurde anschliessend nochmal mittels BitScope-Micro „geeicht“.

 

Endlich Online in der Bastelbutze

Bei der Suche nach Komponenten bin ich zufällig noch über ein AM3 Board mit Gehäuse im Keller gestolpert. Wusste gar nicht mehr, dass das da unter dem Schreibtisch ein trauriges, ungenutztes Dasein fristet 😉 Ausgestattet mit Win7 und 8 GByte RAM kann man damit jetzt flüssig mal eine Recherche auf dem Dachboden machen. Ist ja schon ein paar Wochen her seit ich hier oben dann auch einen LAN-Anschluß mein Eigen nenne.

Nachtrag vom 14.9. – heute war dann noch der Phenom II X4 in der Post, den ich bei kleinanzeigen noch nachgekauft habe. Scheint gut zu laufen, sonst könnte ich diese Zeilen jetzt nicht schreiben 😉

TRS-80 – der erste Testbericht

Nachdem ich mir in mühevoller Kleinarbeit zwei DIN-Buchsen Stecker für den Stromanschluß und das SVideo-Signal gelötet habe, kam heute dann mal der erste Test. Angeschlossen an drei regelbarer Gleichspannungs-Netzteile (+7,5 V auf +14~V, -7,5 V auf -14~V und 12=V auf 12 V) kam der spannende Moment des Einschaltens. Und es passiert absolut nichts 🙁

Gut, zum Glück habe ich aus dem Verein das „Technical manual“, dort sind auch einige Messpunkte erklärt und wo welche Spannung ankommen sollte. Also das Voltmeter rausgeholt und die drei Messpunkte für +5V, -5V und +12V abgeklappert. Die wichtigste Spannung fehlt, die +5V. Eigentlich war mir das aber schon vorher klar, da das Netzteil gerade mal 0,02 A an Strom liefern musste. Aber gibt man dem Rechner an dem Messpunkt exakte +5V zieht er auf einmal 1 A Strom und:

Juhuu, er läuft tatsächlich noch einwandfrei 😀 Und meldet sich brav mit „Memory size“., Enter und ein winziges Basic-Programm eingegeben, Tastatur ist auch komplett in Ordnung. Kein Wunder, sind eigentlich qualitativ hochwertige Tasten.

Der Rest ist jetzt also Fehlersuche in den Spannungsreglern, den folgenden Transistoren und Elkos. Wenn er dann mal wieder zusammengeschraubt ist, gibt es auch gerne mal ein Bild. Aber jetzt muss ich erstmal rausfinden was es da zerlegt hat!

Radio Shack – TRS-80 Model I

Auf die Gefahr hin, dass einiges zu reparieren ist, habe ich eben zur Erweiterung der Z80 basierenden Rechner noch einen TRS-80 Model I mit Level II Basic bei der Bucht ersteigert. Äußerlich sieht der Rechner aber nicht verbastelt und sehr vernünftig aus. Bis auf die üblichen Gebrauchsspuren wie fehlender Silberlack an der Vorderkante (Handballenauflage).

Leider fehlt das Netzteil, aber hier habe ich eine interessante Seite ausmachen können wo man sich das auch aus kleineren Gleichspannungs-Werten (2 x 7 Volt, 1 x 12V) selbst zusammen kann. Bin gespannt, ob es klappt und werde weiter darüber berichten.

MZ-731 – Test der Auktionsware

Vorweg einmal, man sieht dem ersteigerten Rechner seine > 30 Jahre keinesfalls an. Er sieht mehr so aus, als wäre er letzte Woche vom Band gerollt. Aber da auf der Unterseite noch ein FTZ-Aufkleber prangt hat er wohl doch einiges mehr an Lebenszeit auf dem Buckel.

Der Kondensator war mit der mechanischen Entlötpumpe schnell ersetzt, die Schrauben liessen sich auch sehr gut wieder zuordnen. Drei Gewindeschrauben vorne unten, fünf an der Hinterseite, zwei halten innen drin den Gehäusedeckel. Vier Blechschrauben das Netzteil am Gehäuse, drei Gewindeschrauben mit Unterlegscheiben für den Netzteilkäfig und jeweils zwei davon für den Netzschalter und die Euro-Buchse. Obacht Cave: Die Buchse nach außen legen und gegen den Käfig schrauben, sie hat kein Gewinde 🙂

Alles schön zusammenbauen und mal anschließen. Da der Rechner sehr modern ist, hat er mehrere Möglichkeiten ihm ein Videosignal zu entlocken. Ich entschied mich für die einfachste und naheliegendste. S-Video Signal über Cinch, weil das auch der LCD-TV von Medion gut wiedergibt. Einschalten… der Plotter fängt an zu rattern und der Monitor-Prompt erscheint, geht?

„L“ und die beiliegende Basic-Kassette einlegen, Sekunden später wird angezeigt Found S-Basic. Sie scheint nach der langen Zeit ebenfalls noch zu funktionieren. Magnetische Medien haben eine deutlich höhere Lebensdauer, also z.B. CD’s, die gerade im Licht nach einigen Jahren den Geist aufgeben!

Bei den Tests stellte ich allerdings fest, dass einzig die Taste „X“ nicht oder nur sehr unzuverlässig funktioniert. Also nochmal alles auseinanderbauen und die Mitsumi-Tastatur von 1983 (!) aufmachen. Einmal mit Autosol Polierpaste über die Kontakte auf der Platine, anschließend mit Isopropanol gesäubert. Die kleinen Gummikontakte in den Tasten ebenfalls mit Alkohol reinigen und die gefühlten 100 kleinen Gewindeschrauben alle wieder rein… Jetzt funktioniert auch die Tastatur wieder ordnungsgemäß.

Fazit: Alles in allem „nicht verkauft“

Sharp MZ-731 – wieder ein Z80 basierender Rechner

Am Montag war das Schnäppchen aus der Bucht dann in der Post. Ein nagelneu anmutender Sharp MZ-731, kaum Nutzungsspuren. Laut Auktionsbeschreibung riecht das Netzteil sehr stark. Gut, habe da schon eine Vermutung was das angeht. Und so war es dann auch: Geplatzer Hochspannungs-Folienkondensator zur Siebung im Netzteil. Die neigen, auch wegen zu niedrigem Spannungswert nach > 30 Jahren gerne mal dazu abzurauchen.

Was mir beim Zerlegen sehr positiv aufgefallen ist wie logisch der Rechner zusammengebaut ist und wie einfach er sich demontieren lässt.

Ob er allerdings korrekt funktioniert, weiß ich erst nachdem ich den Kondensator ersetzt habe. Das Bauteil mit passenden Werten bekomme ich wohl am Wochenende von einem Clubkollegen mitgebracht (47nF 250V).

Es war noch einiges an Original-Teilen dabei:

  • Das Bedienerhandbuch des MZ-700 in deutsch
  • Ein Konverterstecker zum Anschluß eines Monitors

Leider fehlt der Steckaufsatz für die Befestigung der Papierrolle für den eingebauten Plotter, aber ggf. kann ich die mittels 3D-Drucker so ähnlich nachdrucken. Einen Plotterstift zum Testen habe ich freundlicherweise von der Firma CGM GmbH in Berlin im voraus zugeschickt bekommen. Bin gespannt, ob der funktioniert – aber dafür muß das Netzteil erst repariert sein.

Ein ausführlicher Test folgt… to be continued

Geschichte der Programmiersprachen

so lautet der Titel meines Vortrages an unserem Tag der offenen Tür im Computermuseum Visselhövede. Bin noch dabei diesen auszuarbeiten, da das Themenfeld ja schier unglaublich breit gefächert ist.

Von der Gliederung her werde ich den Anwesenden erstmal grob den Aufbau eines Rechners am Beispiel der verbreiteten Von-Neumann-Architektur erläutern. Das schafft eine gewisse Grundlage zu verstehen, was sich im Innern eines Prozessors abspielt, wenn Programme verarbeitet werden.

Dann geht es tatsächlich in die Historie, angefangen bei Ada Lovelace und der Analytical Engine von Babbage, über die Anfänge der ersten elektronischen Computer bis in die Neuzeit der Computersprachen. Grundlagenkenntnisse möchte ich dabei nicht voraussetzen, sondern werde es auf einer möglichst abstrakten und einfachen Ebene versuchen zu erläutern.

Weiter ist auch in Planung dies anhand einiger, weniger Beispiele sozusagen am lebenden zu demonstrieren. Bevor ich es völlig vergesse, der Tag der offenen Tür ist historisch gewachsen am 3. Oktober 2017 in unseren Clubräumen. Weitere Informationen gibt es hier

TI99/4A

Heute habe ich einen alten TI99/4A erworben, der auch schon in der Post ist und vermutlich heute angeliefert wird.

Apple II mit besonderer Historie

Hier handelt es sich um ein Schätzchen mit einer ganz ausgefallenen Geschichte. Ein Bekannter erzählte mir, dass ein Arbeitskollege noch einen alten AppleII habe und nachdem wir uns preislich einig geworden sind erzählte er mir etwas zu dem Rechner.

Seinerzeit arbeitete er bei einer Firma, die für Apple als Serienfertiger die Rechner zusammengebaut hat. Da die aufgerufenen Preise schier unbezahlbar waren, wurde der Preis der Einzelteile von den Angestellten übernommen und nach Feierabend mal eine Sonderschicht gefahren um die Rechner zu montieren 🙂 Deshalb vermisst man auf dem Gehäuse auch das Apple-Logo, da diese abgezählt von Apple geliefert wurden. Ebenso wie die Netzteile für die Rechner, die von einem anderen Fertiger angeliefert wurden. Also wurde von den findigen Elektrotechnikern kurzerhand ein eigenes Netzteil entworfen, welches seit über 30 Jahren klaglos seinen Dienst tut.

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